Die Öle in der Ayurvedischen Babymassage

*Die Berührung ist die Wurzel Und so sollten wir mit ihr auch umgehen. Wir müssen unsere Babys so nähren, dass sie wirklich satt werden, innen wie außen.....* Frédérick Leboyer

Die ayurvedische Babymassage ist Nahrung für Babys Körper und Seele, denn ohne ausreichenden Hautkontakt fährt der Körper seinen gesamten Stoffwechsel herunter. Das wiederum hat Auswirkungen auf der körperlichen, geistigen und seelischen Ebene.

Indem wir uns intensiv der Massage widmen, gehen wir einen ebenso intensiven Kontakt und damit lebenswichtige Bindung mit dem Baby ein. Nicht nur die Berührung über die Haut / den Körper sondern besonders die Berührung der Seele nähren den, der die Massage empfängt. Die dabei verwendeten Öle verstärken diese Wirkung noch um ein Vielfaches. Deshalb ist es besonders wichtig, darauf zu achten, welche Art von Ölen hier zum Einsatz kommen.

Die Babymassage

Die Massage im Allgemeinen erinnert das Baby an die Geburt, denn die Kontraktionen während des Geburtsprozesses sind einer Massage sehr ähnlich. So werden alte, vertraute und vorgeburtliche Erinnerungen geweckt. Die Massage wirkt sehr tief, löst Blockaden auf emotionaler und körperlicher Ebene. Ein positiver Nebeneffekt: auch der Massierende profitiert hiervon.

Aber welche Öle sind in welchem Alter und in welchen Situationen sinnvoll und verstärken positive Wirkungen?

Grundsätzlich gilt: naturbelassene, biologische und kalt gepresste Öle sind zu favorisieren. Das ist von besonderer Bedeutung, denn die Öle werden über die Haut des Babys aufgenommen, dringen  in den Organismus ein und werden komplett mit verdaut. Nimmt das Baby die eingeölten Hände in den Mund, gelangen die Wirkstoffe  in den kleinen Körper.  Damit ist klar, qualitativ hochwertiges Öl ist das Mittel der Wahl. Laut der indischen Babymassage sollte auf ätherische Öle bis zum 6. Lebensmonat aufgrund möglicher allergischer Reaktionen bzw. Irritationen der Haut  und des Geruchssinnes verzichtet werden. Allerdings gibt es hierzu auch durchaus andere Ansätze und Sichtweisen. In jedem Fall ist es lohnenswert, hier noch einmal genauer hinzusehen. 

Basisöl - die Grundlage der Massage

In der Ayurvedischen Babymassage werden hauptsächlich  Basisöle verwendet, wie z.B. Mandel- oder Sesamöl. Jedes Öl ist unterschiedlich in seiner Beschaffenheit und Wirkung. 

Sie können anregen oder harmonisieren, kühlen oder wärmen, tief entspannend, nährend und sättigend auf Muskeln, Gewebe und Psyche wirken. Es kann Einfluss auf verschiedene Beschwerden / Symptome genommen werden. Der gesamte Körper wird einbezogen ebenso wie nur spezielle Körperstellen und -bereiche oder auch ausschließlich bestimmte, sogenannte Marma- / Vitalpunkte. Diese sind vergleichbar mit Akkupressurpunkten. 

Ergänzt durch Öle und spezielle Kräuter wirken sie intensiv auf einzelne Organe, Gewebe und Körperfunktionen.

Das Öl - kalt oder warm angewandt?

Das Öl für die Massage sollte immer nur einmal leicht in einem Wasserbad erwärmt werden und niemals kochen. Auch die Mikrowelle ist aufgrund der Strahlung ungeeignet und zerstört die wertvollen Inhalts- und Wirkstoffe. Besonders angenehm für das Baby ist es, wenn der Massierende das handwarme Öl vor dem direkten Körperkontakt zunächst in die eigenen Hände fließen lässt. Dann sofort achtsam in eine körperliche und innere Verbindung zu gehen ist Balsam für Seelen.

Hier nun ein Auszug aus den Merkmalen der am meisten verwendeten Basisölen in Bezug auf Säuglinge und Babys

Sesamöl

  • besonders empfehlenswert für Neugeborene aufgrund seiner erwärmenden Wirkung
  • süß und geschmeidig, geruchsintensiv
  • regt aufgrund der erwärmenden Eigenschaften den Stoffwechsel an
  • beinhaltet viele Mineralien, Magnesium, Kalzium und Spurenelemente
  • enthält einen natürlichen UV-Schutz
  • beruhigend
  • das am meisten verwendete und wichtigste Öl innerhalb der Babymassage

Mandelöl

  • für Neugeborene, Säuglinge und ältere Menschen gut geeignet
  • geruchsneutral und leicht süßlich
  • wird sehr gut von der Haut aufgenommen, sehr nährend
  • erwärmend und schmerzlindernd
  • entspannend

Kokosöl

  • empfehlenswert für Babys ab ca. 9 Monaten, da es eine stark kühlende Wirkung hat
  • besonders angenehm im Sommer zu verwenden
  • leicht, süß und geschmeidig
  • antiseptische Wirkung
  • kann u.a. bei Entzündungen und geröteter Haut unterstützen

Sonnenblumenöl

  • für Babys ab ca. 6 Monaten
  • kühlend, deshalb auch ein gutes „Sommeröl“
  • süß, geschmeidig, kräftig
  • goldgelb mit angenehmem Aroma
  • enthält viele Mineralien und Vitamine
  • kann sich positiv auf Lungenleiden auswirken und die Durchblutung fördern

Weizenkeimöl

  • leicht erwärmend
  • süß, nahrhaft (sehr hoher Nährwert), stärkend, sättigend
  • wird schnell von der Haut aufgenommen
  • wirkt positiv auf die Zellerneuerung
  • beeinflusst Schwäche und Ermüdung positiv
  • unterstützend in „anstrengenden Entwicklungsphasen“
  • unterstützt die Drüsenfunktion
  • allgemein als „lebensförderndes“ Öl bezeichnet.

Jojobaöl

  • kühlende Wirkung
  • lange haltbar, es ist das einzige Öl, das nie ranzig wird
  • wie flüssiges Wachs, hellgelb und fruchtig im Geruch
  • zieht schnell ein
  • beinhaltet viel Vitamin A und E
  • natürliche Unterstützung der Hautfunktionen und Zellerneuerung
  • extrem pflegend und schützend, deshalb das perfekte Badeöl besonders bei Schuppenflechte Ekzemen
  • bakterienhemmend

Olivenöl

  • schwer, kühl, kräftigend
  • grün und intensiv fruchtig herb in Geschmack und Geruch
  • pflegend bei schuppiger, trockener Haut und Milchschorf
  • ausgleichende Wirkung auf den Körper
  • nährend, zieht jedoch sehr langsam ein

Zu guter Letzt noch ein kurzer Blick auf das, besonders in Indien traditionell und täglich eingesetzte Senföl. Dieses kräftige und besonders scharfe Basisöl hat eine besonders stark erhitzende Wirkung auf den gesamten Organismus des Babys, innerlich wie auch äußerlich. Für die Babys in westlichen Breitengraden, die diese Wirkung auch über den mütterlichen Versorgungskreis nicht gewohnt sind, ist es zu scharf und sollte nichtzum Einsatz kommen. In Indien ist es jedoch aus dem Massagealltag, aber auch in der Küche nicht mehr wegzudenken. Es ist schnell und leicht verfügbar, da es einheimisch und von daher auch preisgünstig ist.

Es kann einen guten Schutz vor Insekten und Pilzerkrankung bieten und ist vielseitig einsetzbar. Außerdem hilft es, ein gutes Körperbewusstsein zu entwickeln.

*Die Seele muss sich im Körper gemütlich einrichten, das schafft sie nur, wenn sie spürt, dass ein Körper da ist* (indische Weisheit)

Dieses Körperbewusstsein zu erlangen unterstützen wir mit einer zugewandten, intensiven Massage, in der wir uns ganz dem Baby widmen und diese Massage mit wertvollen Ölen verbinden.

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