STRESS - ein WORT, eine KRANKHEIT, ein LIFESTYLE?! >>finden wir es heraus und machen eine Themenwoche draus<<

"Du siehst gestresst aus!"; "Stressiger Tag heute?!"; "Das kommt vom Stress!"

Sicherlich kennen wir alle diese Sätze nur zu gut.
Sei es, weil sie für uns selbst bestimmt waren oder weil wir sie selbst zu jemand anderem gesagt haben…
STRESS ist vielfältig, individuell, multifaktoriell – kann Auslöser oder Symptom sein. 
Positiv und negativ.

Aber was genau ist STRESS wirklich?!

Abgeleitet vom lateinischen Wort "stringere": in Anspannung versetzen, beschreibt die WHO (=Weltgesundheitsorganisation) als "Stress" eine physische und psychische Reaktion eines Menschen auf eine Situation, die für ihn nicht zu bewältigen scheint. Die Übersetzung aus dem Englischen liefert "Druck" und "Anspannung". Erstmals beschrieb der österreichische Biochemiker Hans Selye 1936 das Phänomen an der McGill University in Montreal (Kanada). 
Es handelt sich um eine psychophysische Alarmreaktion, bei der vor allem die kurzfristige Erhöhung der Leistungsfähigkeit vordergründig ist. Dies geschieht durch die gesteigerte Aktivität des vegetativen Nervensystems und der endokrinen (hormonproduzierenden) Organe - evolutionär ist hier der Flucht- und Kampfgedanke zu erwähnen (Adrenalin). Das individuelle Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung sorgt dafür, Stress auch als positiv und nicht als belastend zu erleben. Langanhaltender Dauerstress dagegen kann gesundheitliche, psychosomatische Folgen nach sich ziehen.

In der Psychologie lässt sich "Stress" unterscheiden in:

Eustress ("eu" gr. = gut): Bestimmte Stresssituationen können uns euphorisch stimmen. Wir erleben also positiven Stress - empfinden dies aber nicht als "Stress", beispielsweise die Geburt eines Kindes, eine interessante, berufliche Aufgabe, Sport - wo wir neue persönliche Leistungen erzielen, ohne uns zu überfordern bzw. Belastungsgrenzen überschreiten, ein spannender Film, bei dem wir mitfiebern,
Achterbahn fahren im Freizeitpark, oder wenn wir uns VERLIEBEN,... <3

Distress: Hierbei handelt es sich um negativen Stress, der auch als solcher empfunden wird, dauerhaft anhält und auf Sicht  krank macht, da die Stressoren als negativ, belastend, überfordernd und bedrohlich empfunden werden. Hier fehlen individuelle Bewältigungsstrategien, um die bevorstehenden Herausforderungen, Belastungen und Anforderungen (positiv) zu meistern. Abhängig von Belastungsdauer und -intensität können durch diese Stressart physische und psychische Krankheitssymptome hervorgerufen werden.

Folgende Ursachen können individuell  Stressreaktionen im Körper auslösen. 

Körperliche Stressfaktoren:
- Schmerzen
- Überanstrengung
- Hitze oder Kälte
- Schicht- / Nachtarbeit
- Entbindung
- akute und chronische Infektionen
- Leistungssport
- Über- und Mangelernährung
- Alkohol
- Rauchen
- verschmutzte Luft
- Lärmbelastung
-...

Emotionale Stressfaktoren:
- Leistungsdruck
- Termindruck
- Multitasking
- ständige Erreichbarkeit
- Angst
- Trauer
- Geldsorgen
- ungelöste Konflikte (beruflich & privat)
- Arbeitslosigkeit
- Eifersucht
- Lampenfieber
- Pflege eines Angehörigen
- zu hohe Verantwortung
- Reisen (Flug, unbekannte Umgebung,..)
- Albträume
- ungewohnte Situationen
- Arztwechsel
- Umzug
- neue Tätigkeit erlernen
- technische Probleme
- Stau / Parkplatzsuche
-...

  • individuelle Gemütshaltung (Optimist -"Glas halb voll - halb leer" - Pessimist)
  • geringes Selbstwertgefühl
  • persönliche Erfahrungen (Kindheit)
  • mangelnde Abgrenzung
  • Unfall / Trauma 
  • Verlust
  • Verschiebung des Verhältnisses von Anspannung und Entspannung
  • gestörte Work-Life-Balance
  • verminderte körperliche und seelische Konstitution
  • Schlafmangel
  • Noxen / Umweltgifte
  • Fehler / Fehlleistungen
  • mangelnde Bewältigungsstrategien / Resilienz
  • niedriges Kohärenzgefühl (Verstehbarkeit, Handhabbarkeit, Sinnhaftigkeit)
  • mehrfache Frustrationen
  • sozialer / emotionaler Rückzug
  • u.a.

Auswirkungen von Eustress (positivem Stress):

  • Wohlbefinden
  • positive Energie
  • erhöhte Konzentration / Motivation / Leistung
  • Zufriedenheit
  • Selbstvertrauen
  • gutes Selbstwertgefühl
  • gesteigerte Widerstandsfähigkeit
  • gute Laune / Stimmung
  • Gefühl von innerem Glück und Frieden

Auswirkungen von chronischem, krankmachenden Stress:

„Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen."

Mahatma Ghandi

  • 3 Grundbedürfnisse erfüllen (nach Dr. Rick Hanson; Neuropsychologe): Sicherheit (z.B. Unterkunft), Zufriedenheit (z.B. gesättigt) und Verbindung (zu anderen Menschen)
  • Achtsamkeit:  Aufmerksam achten auf sich selbst, den eigenen Körper & Geist, um nur ein bestimmtes Maß an Anforderung aufkommen zu lassen, das die eigenen Ressourcen nicht übersteigt. 
  • Kommunikation: Sich selbst und seinem Umfeld klare Signale setzen
  • Abgrenzung: bewusst Disstress meiden und auch mal "Nein" oder "Stop" sagen.
  • Waldbaden: Eintauchen in die Waldatmosphäre und bewusstes Wahrnehmen des Waldes mit all seinen Farben, Formen, Gerüchen, Geräuschen, Lebewesen,.. zusätzliche Aufnahme der Terpene (gesundheitsförderliche Duftmoleküle von den Bäumen) in die Lunge
  • Bewegung: moderates Ausdauertraining (nicht über Belastungsgrenze), Spaziergänge in der Natur, Faszienrollmassagen und Dehnungsübungen
  • Resilienztraining (innere Stärken zur "Krisenintervention" und "Alltagsbewältigung" ausbauen) - ggf. einen Coach hinzuziehen
  • Entspannungstechniken; Meditationsübungen
  • Atemübungen: Ausatmung ausweiten
  • YOGA, Tai-Chi, Qigong
  • Positives hervorheben und sich nicht vom Negativen überwältigen lassen.
  • Auf ausreichende Vitalstoffversorgung achten (Vit A, B, C, D, E; Omega-3-Fettsäuren); wende dich hier zur Diagnostik an einen Therapeut / Arzt / Heilpraktiker
  • Kleine Inseln im Alltag einbauen und bewusst Pause machen:
    "Wie geht es mir gerade?"; "Wie kann ich die Situation ein kleines bisschen verändern / verbessern?"

Durch diese Maßnahmen soll das Stressniveau niedrig gehalten und das Immunsystem gestärkt werden; die Stresshormone sinken und so kann auch das Herz-Kreislauf-System (Blutdruck, Herzfrequenz) entspannen (Parasympatikus ist aktiviert). Wenn zudem die inneren Stärken ausgebaut werden, steigt automatisch die Belastbarkeit / Stabilität und man erfährt weniger Widrigkeiten wie Ängste, Frustration, Überforderung, Ärger und Schmerz. Herausforderungen lassen uns dann wachsen.

Du Liebe, fühlst du dich vielleicht wirklich gestresst und möglicherweise schon erschöpft, antriebslos und müde davon?! Treffen ein paar Symptome auf dich zu?! Hier findest du durch unsere Themenwoche nun informative und ausführliche Beiträge zu Stress und seine Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit, unsere Schilddrüse.. “Stress und Ernährung” wird thematisiert,   “Stressmanagement” – also der Umgang mit Stress als solches, “Stress und Schwangerschaft” wird beleuchtet und allgemein die “Auswirkungen von Stress auf unseren Körper” vertieft. Nutze den Input unseres Teams, um deiner individuellen Situation auf den Grund zu gehen. Zögere aber bitte nicht, uns zu kontaktieren bzw. ziehe gerne einen Therapeuten in deiner Nähe zu Rate, falls du Fragen hast. 

Möglicherweise kann dich auch unser EMPOWERme-Kurs dabei unterstützen, zurück in deine Balance zu finden. Schau gern mal rein, denn es ist nie zu spät, sich um sich selbst und seine Gesundheit zu kümmern. 

“Und natürlich ist VORSORGE auch immer besser als Nachsorge”, für all diejenigen, die zwar noch nicht direkt Symptome haben, aber toujours “POWERN” und funktionieren und (noch) alles (und über die Maßen hinaus) geben.. Fühlt sich niemand angesprochen?! ;). Wir sollten uns tatsächlich immer wieder mal kurz besinnen. “Was brauche ich gerade in diesem Moment?!” und “Muss das jetzt wirklich noch sein oder lässt es sich auch ein andermal oder gar von jemand anderem erledigen?!” Und mit Sicherheit ist es nie verkehrt, in manchen Situationen einmal öfter das Zauberwort “NEIN!” zu benutzen. In diesem Sinne ganz viel Spaß beim Lesen. ♥

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