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Menstruationstasse

Dieses Mal geht es um die Menstruationstasse. Diese gibt es inzwischen in diversen Drogeriemärkten, Onlineshops und von einer Vielzahl von Anbietern, wodurch die Wahl der richtigen Tasse immer schwieriger wird. Hier erhälst du einige Infos um die passende Tasse für dich zu finden. 

Übersicht

Wie funktioniert das mit der Menstruationstasse, für welche sollte man sich entscheiden?

Erst einmal zur Tasse selbst… die meisten Menstruationstassen bestehen aus medizinischem Silikon und sind in einer Art Tulpenform designt. Es gibt aber auch Varianten aus Kunststoff. Der obere Teil, der an eine Tulpenblüte erinnert fängt während der Menstruation das Blut auf. Nach unten zeigt ein kleiner Stiel an dem man die Tasse beim Entfernen greifen kann. Bei den verschiedenen Firmen sind die Tassen alle ähnlich aufgebaut, unterschieden sich aber dennoch etwas in der Form und Stärke.

Größenauswahl

  • wie stark die eigene Periode ausfällt, ist nicht ausschlaggebend bei der Wahl, solltet ihr aber eine besonders starke Periode haben, wäre eine größere Tasse von Vorteil. 

  • Bei jüngeren Mädchen die noch kein Geschlechtsverkehr hatten sollte man eher zu einer kleineren Tasse greifen, da  das Jungfernhäutchen zwar dehnbar ist, aber je nach Belastung auch reißen kann

  • Besonders ausschlaggebend ist die Lage des Muttermundes. Liegt dieser besonders hoch, sollte man zu einer längeren  oder größeren Tasse greifen, das man beim Entfernen, die Tasse sonst nicht mehr greifen kann.  Wie ihr euren Muttermund ertasten könnt, erfahrt ihr weiter unten

  • Bei Frauen hingegen, die bereits eine vaginale entbunden haben oder älter sind, sollte man zur größeren Cups tendieren. Da nämlich mit dem Älterwerden auch das Bindegewebe und die Muskulatur nachlässt, hat eine kleinere Tasse nicht mehr so guten Halt.

Je nach Hersteller gibt es verschiedene Größen zur Auswahl und verschiedene Härtegrade der Cups.

Den Muttermund ertasten

Um euren Muttermund zu ertasten, solltet ihr erst einmal einige Punkte beachten: 

  • HYGIENE – unbedingt vor dem Tasten die Hände gründlich waschen, damit ihr keine Erreger mit einführt 
  • NÄGEL – ihr sollte keine langen und spitzen Nägel haben, um die Schleimhäute nicht zu verletzen 
  • ZEITPUNKT – der beste Zeitpunkt für den ersten Versuch ist kurz nach der Periode, da hier der Muttermund besonders tief sitzt und besser ertastet werden kann – er fühlt sich dann wie ein harter Knubbel an, mit einer leichten Vertiefung in der Mitte
  • VORGEHENNun führt man 1 oder 2 Finger in die Scheide und versucht damit den Muttermund zu ertasten. 

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Die Feecup1 ist beispielsweise in 2 verschiedenen Größen erhältlich. Größe 1 wird Frauen empfohlen, die noch keine vaginalen Geburten hatten, Größe 2 für Frauen die bereits vaginal entbunden haben.

Bei MeLuna®1 ist die Größenauswahl etwas komplizierter. Es gibt 4 verschiedene Größen, die jeweils nochmal in einer “Shorty” Version also einer kürzeren Variante erhältlich sind. Es stehen also insgesamt 8 Größen zur Auswahl. Anhand der bisherigen Geburten und ob Jungfrau oder nicht wird dann unter Berücksichtigung der Körpergröße und benutzter Tampon-Größe die Größe der Menstruationstasse bestimmt. Über die Homepage kann man über den Größenberater die passende Größe auswählen: Hier klicken!1

Härtegrad

Eine weitere Auswahlmöglichkeit betrifft den Härtegrad der Menstassen. Dieser hängt davon ab, wie gut dein Beckenboden trainiert ist.

Zeichen für einen schwachen Beckenboden:

  • Man treibt keinen Sport
  • Beim Niesen oder Hüpfen verliert man einige Tropfen Urin
  • Kein Beckenbodentraining nach einer Geburt
  • Du kannst den Wasserstrahl auf der Toilette nicht anhalten
  • Häufige Nächtliche Toilettengänge
  • Unangenehmes Druckgefühl nach unten
  • Bei eingeführtem Finger spürt man kaum einen Druck bei Anspannung der Muskulatur

Zeichen für einen guten Beckenboden:

  • Du verlierst beim Niesen o. Hüpfen keinen Urin
  • Während dem Wasserlassen kannst du den Urinstrahl anhalten
  • Bei eingeführtem Finger spürst du einen leichten Druck

Zeichen für ein sehr gut trainierten Beckenboden:

  • Sportarten wie Reiten, Rad fahren, Yoga, Pilates, …
  • Urin kann lange in der Blase gehalten werden, trotz starkem Harndrang
  • Bei eingeführtem Finger spürt man einen deutlichen Druck, wenn der Beckenboden sich anspannt

Bei Feecup1 gibt es 2 Härtegrade zur Auswahl. Wer eher zu einem schwachen Beckenboden neigt, oder einen gut trainierten Beckenboden hat benötigt die “Classic” Tasse, bei einem sehr gut trainierten Beckenboden benötigt man den Härtegrad “Sport” 

Bei MeLuna®1 stehen 3 Weichheitsgrade zur Verfügung. Allerdings wird er in “Soft” nur für besonders empfindsame Frauen empfohlen, die zum Beispiel durch Entzündungen besonders druck- und schmerzempfindlich sind. “Classic” wird bei allen Frauen mit schwachem bis normalem Beckenboden empfohlen.  “Sport” ist für Frauen mit sehr gut trainiertem Beckenboden gedacht, allerdings ist das Einführen der Tasse durch das härtere Material auch bei schwächerem Beckenboden einfacher, wodurch es schneller geht.

Beachte

Es gibt auch noch einige weitere Hersteller, bei denen ähnliche Varianten wie bei Feecup1 oder MeLuna®1 angeboten werden.  Mir selbst gefällt zum Beispiel die Feecup besser, da sie für mein empfinden angenehmer designt ist. Ich habe aber auch Patientinnen die dagegen mit den Tassen von MeLuna® besser zurecht kommen.  Bei der Auswahl der richtigen Menstruationstassen kommt es daher auch auf das Tragegefühl an. Da sich die Tassen alle etwas in Form und Größe unterscheiden, hängt die Auswahl von dem individuellen Wohlbefinden ab. 

Ein weiteres Auswahlkriterium sollte noch anhand der verwendeten Materialien genutzt werden. Die Feecups werden in Deutschland produziert und bestehen aus medizinischem platin Silikon und sind somit frei von Plastik, enthalten keinerlei Giftstoffe wie Weichmacher oder Formaldehyd.  Wichtig ist, dass man bei der Auswahl darauf achtet, dass das Silikon als USP6 zertifiziert ist.

Die Meluna Mentruationstassen bestehen hingegen aus TPE, also einem Kunststoff. Sie enthalten allerdings keine Phtalate (Weichmacher), kein PVC, Latex, Silikon oder Bleichmittel und werden ebenfalls in Deutschland nach medizinischen Anforderungen hergestellt. 

Anwendung der Tasse

Vor dem ersten Gebrauch sollte man seine Menstruationstasse 20 Minuten auskochen. Das dient dazu die Tassen keimfrei zu bekommen, da sie in der Regel nicht steril bei uns ankommen.

Bei dem Auskochen sollte genügend Wasser im Topf sein, damit die Tasse den Topfboden nicht berührt. Wenn das Wasser kochen beginnen die 20min Auskochzeit.

Das Auskochen sollte man auch vor und nach jeder Menstruation wiederholen. Hier reichen dann aber 3-5 Minuten im kochenden Wasser.

Das dient dazu die Tassen keimfrei zu bekommen, da sie in der Regel nicht steril bei uns ankommen.

Bei dem Auskochen sollte genügend Wasser im Topf sein, damit die Tasse den Topfboden nicht berührt. Wenn das Wasser kochen beginnen die 20min Auskochzeit.

Das Auskochen sollte man auch vor und nach jeder Menstruation wiederholen. Hier reichen dann aber 3-5 Minuten im kochenden Wasser.

Einsetzen

Bevor ihr die Tasse einsetzt sollte ihr eure Hände gut waschen und die Tasse mit kaltem Wasser befeuchten. Um die Tasse nun einzuführen wird sie, wie wie auf den Bildern zu sehen, zu einem C zusammen geklappt. 

Dann stellt man am besten ein Bein auf einen Hocker oder den Badewannenrand und zieht mit einer Hand die Schamlippen etwas auseinander. Mit der anderen Hand führt man die gefaltete Cup mit der Öffnung voraus, soweit wie möglich ein.   Danach lässt man sie los und wartet ob sie sich von selbst direkt entfaltet. Wenn sie sich nicht selbst enfaltet, kann man mit seinen Finger um die Tasse herum fahren und die Scheidenwände etwas zur Seite drücken, bis die Tasse richtig sitzt. 

Wann ist die Tasse voll?

Wenn die Tasse komplett voll ist, spürt man eine Art Blubbern, da sich dann langsam der Unterdruck löst. Spätestens dann sollte man unbedingt zur Toilette und die Tasse leeren.

Leeren der Tasse

Man kann die Menstruationstassen bis zu 12h drin lassen, bis sie einmal geleert und kurz gesäubert werden müssen. Dabei reicht es wenn sie kurz mit kaltem Wasser abgespült werden und können dann direkt wieder eingeführt.

Je nach Blutungsstärke sollte man die Tasse alle 6-12h wechseln. Wer also eine eher starke Blutung hat, leert sie besser schon nach 6 Stunden.

Entfernen der Tasse

 Hierfür sollte die Menstruationstasse nicht randvoll sein, da man sie etwas zusammendrücken muss, um den Unterdruck zu lösen. Wenn der Unterdruck gelöst ist kann man den unteren “Stiel” nutzen um die Tasse daran heraus zu ziehen.

Die Tasse sollte auf keinen Fall einfach so heraus gezogen werden, das kann nämlich einen “Knutschfleck” am Muttermund verursachen und ganz schön schmerzhaft werden.

Ist der Unterdruck zu stark muss man die oberen Ränder etwas mehr eindrücken, damit Luft in die Tasse gelangen kann.  Dann können sie auch richtig “festgesaugte” Tassen wieder lösen. 

Anwendung nach Infektionen

Sollte dich eine bakterielle Vaginose oder eine Pilzinfektion erwischt haben, muss die Menstruationstasse mindestens 3x 20min in einem Dampfsterilisator bei 120°C desinfiziert werden. Zwischen den Durchgängen sollte man die Tasse immer trocknen lassen.

Wer keinen Dampfsterilisator zur Hand hat, kann die Tassen auch mit Milton Tabs reinigen.

Für wen ist die Tasse nicht geeignet?

  • solange ihr euch im Wochenbett befindet solltet ihr die Menstruationstasse nicht verwenden 
  • bei vaginalen Verletzungen, z.B. durch die Geburt sollte ebenfalls erst alles abgeheilt sein, um keine Erreger mit der Tasse einzuführen 
  • wer zu häufigen Pilzerkrankungen oder Vaginalinfektionen neigt, sollte auf eine Menstruationstasse verzichten 
  • Frauen, die Probleme haben ein Tampon einzusetzen, da die Menstruationstasse noch etwas schwieriger ist 
  • Frauen, die kein Blut sehen können, oder Probleme damit haben mit ihrem gesammelten Menstruationsblut in Berührung zu kommen, da das beim Leeren durchaus passieren kann

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Über den Autor

Sina ist Heilpraktikerin und Ernährungsberaterin aus Freiburg St. Georgen (BW). In ihrer Praxis für Natur- & Frauenheilkunde  liegen ihre Schwerpunkte in den Bereichen Frauenheilkunde, Darmgesundheit und Hormonbalance.

Sie begleitet ihre Patienten bei chronischer Erschöpfung, Schilddrüsenproblematiken oder Beschwerden rund um den Verdauungstrakt. Als ganzheitliche Therapeutin für Frauenheilkunde begleitet sie junge Mädchen bei Menstruationsbeschwerden, berät in den Bereichen Menstruationshygiene & Verhütung, begleitet Frauen bei ihrem Kinderwunsch und hilft bei Beschwerden in den Wechseljahren.

Hier, bei Frauengeflüster ist sie unsere Expertin für Ernährung, Hormonbalance und neue Rezeptkreationen.

www.naturheilpraxis-hellinger.de

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