„Einen langen Atem haben“ oder „Da geht mir die Luft aus“

– diese Sprichworte kennt wohl jeder.

Dabei beschreiben sie nicht in erster Linie den Atem an sich, sondern geben viel mehr sinnbildlich Auskunft über die (eigene) Ausdauer, das Durchhaltevermögen, die Standkraft.

Atmung ist Leben, ist Energie. Sie ist viel mehr als das simple Ein- und Ausströmen von Luft in und aus dem Körper.

Atmung findet nicht in Nase und Lunge statt, vielmehr atmet jede Zelle unseres Körpers. Während der Mensch ohne Nahrung mehrere Wochen, ohne Flüssigkeit ein paar Tage überleben könnte, so wäre es ihm ohne Sauerstoff nur wenige Minuten möglich.

Das „Benzin in unserem Tank“ – Sauerstoff

Über die Atmung nehmen wir unseren wichtigsten Kraftstoff – den Sauerstoff – auf.

Wenn wir „Ausdauer“, wie oben beschrieben lesen, dann denken wir zuallererst an körperliche Leistungsfähigkeit. Und tatsächlich benötigen unsere Muskeln als Antreiber unseres Bewegungsapparates Sauerstoff, um ordentlich zu arbeiten.

Aber auch unser Nervensystem als wichtigste Steuerzentrale des Körpers beansprucht mindestens 20 – 25 % des aufgenommenen Sauerstoffs, bei höherem Aktivitätsgrad auch gerne mehr.

Die Vielzahl der einzelnen Systeme unseres Körpers versorgen im Zusammenspiel unsere Zellen und gewährleisten unsere Gesundheit und unser Überleben. All das ist aber nur bei einer ausreichenden Versorgung mit Sauerstoff möglich.

Ein „guter“ Atem und somit eine effiziente Sauerstoffaufnahme ist also die wichtigste Voraussetzung für unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.

Die gute Nachricht: Wir haben Einfluss!

Wir können durch unsere Atmung direkt und indirekt Einfluss auf sämtliche Systeme unseres Körpers, wie zum Beispiel den Stoffwechsel, den Sympatikus und den Parasympatikus, das Hormonsystem, das Immunsystem, etc. nehmen. Wichtig ist jedoch, dass vor der Anwendung diverser Atemübungen die passenden Grundlage, also eine effektive Atmung geschaffen wird.

In der Atemtherapie betrachtet man vier Behandlungskreise, die nacheinander bearbeitet werden.

  • 1. Regulation der Ruheatmung

    Die natürliche Ruheatmung ist die Grundlage für alle atemtherapeutischen Maßnahmen. Hierzu gehört neben der Beseitigung atemhemmender Widerstände (das kann auch schon die zu enge Jeans sein.. 😉 ) auch die Regulierung des Ruheatemrhytmus und das Erlernen einer mühelosen Ausatmung

  • 2. Entwicklung von Atmung und Bewegung

    Voraussetzung für eine leichte Atmung ist ebenfalls die Beweglichkeit des Rumpfes. Bestehen hier Blockaden oder Verspannungen, so kann die Luft nicht so einfach fließen, wie in einem beweglichen Oberkörper. Im zweiten Step wird also vor allen Dingen mit Mobilisationsübungen und Verbesserung der Haltung gearbeitet.

  • 3. Entwicklung von Atmung und Stimme

    Sind eine natürliche Ruheatmung und Beweglichkeit im Rumpf gegeben, so kann man beginnen durch geführtes Tönen, Singen und Atemführung an der Kräftigung unseres Atemmuskels, dem Zwerchfell, zu arbeiten.

  • 4. Entwicklung von Atmung und Konzentration

    Erst jetzt, wenn die Grundlagen für eine natürliche Atmung geschaffen sind, kann man beginnen, bewusst Einfluss auf die einzelnen Körpersysteme zu nehmen. Gute Möglichkeiten hierfür sind beispielsweise Yoga mit fließendem Atem (z.B. zur Stimulierung des veg. Nervensystems, des Stoffwechsels,…), Übungen nach Wim Hof (z.B. zur Stimulierung des Sympatikus zur Fokussierung, Stimulierung des Stoffwechsels,..) oder konzentrative Entspannungstherapie

Unsere Atmung ist ein kraftvolles Werkzeug für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Nutzen wir es!

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