Gesundheit

Therapeutische Frauenmassage – Interview mit Claudia Pfeiffer

Heute durfte Sina der lieben Claudia Pfeiffer einige Fragen zur TFM, also der Therapeutischen Frauenmassage stellen. Claudia selbst ist Heilpraktikerin in Saarbrücken und die einzige zertifizierte Creative Healing Ausbilderin im deutschen Raum, auf der auch die TFM begründet ist. Mehr dazu könnt ihr nun in unserem Interview erfahren. 

Liebe Claudia, erst einmal vielen lieben Dank, dass du mir ein paar Fragen zur TFM beantworten möchtest. Woher kommt denn die Therapeutische Frauen-Massage?
Als ich vor mehr als einer Dekade mit meiner mehrjährigen Ausbildung bei Dr. Gowri Motha, Londoner Gynäkologin, Geburtshelferin und Mastertrainerin für Creative Healing  begonnen habe, wusste ich: diese ganzheitliche Methode MUSS zum Wohle der Frauen nach Deutschland kommen – und so habe ich nicht nur das Creative Healing in meiner Rolle als Practitioner erlernt, sondern mich auch als Lehrerin ausbilden lassen und bin die einzige von Dr. Motha zertifizierte Creative Healing Ausbilderin für den deutschen Sprachraum.
 
Da der Ausdruck “Creative Healing“ nicht zwangsläufig selbsterklärend ist, was die Methode angeht und ich in meiner Naturheilpraxis auf Frauengesundheit spezialisiert bin, habe ich kurzerhand aus den vielen Modulen, die Begründer Joseph B. Stephenson der Welt zur Verfügung gestellt hat, die gynäkologisch relevanten zu TFM / Therapeutische Frauen-Massage zusammengefügt und meine Methode so strukturiert, dass sie stimmig – und komplementär zur Schulmedizin – in der naturheilkundlichen Praxis angewendet werden kann – und auf diese Weise didaktisch fundiert an Therapeutinnen vermittelt werden kann. 
Die TFM ist also ein Teil des Creative Healing - Was genau steckt dahinter?
Hinter der TFM und Creative Healing steckt: der Mensch in seiner Ganzheit.
Joseph B. Stephenson (1874-1959), der Begründer dieser Natural Healthcare – Creative Healing war kein Mediziner: er nahm die (Körper-)Welt in seiner eigenen Sprache wahr.
 
Sind der Mensch und seine Lebens-Prozesse im Fluss, dann ist dieser ausgeglichen, dynamisch, lebensfroh und „gesund“.
Für diesen Fluss sorgt das, was Stephenson als “Life Force“ bezeichnete – die uns innenwohnende Kraft, die alles bewegt.
Dieses Konzept ist jetzt nichts Neues – zu jeder Zeit wurde diese Lebendigkeit wahrgenommen und schon die alten Lehren arbeiten mit Chi, Chakren und Nadis als „Energie in Bewegung“… und Hand in Hand mit dieser uns innewohnenden Kraft kommt Lebendigkeit, Fluss und auch körperliche wie geistige Bewegung und Beweglichkeit.
Welche Prinzipien und Funktionsmechanismen liegen der TFM zugrunde?
Joseph B. Stephenson (1874-1959) war kein Mediziner – er nahm die (Körper-)Welt in seiner eigenen Sprache wahr und entwickelte seine eigene Konzept- und Methodensprache … diese wird allzu oft für den wissenschaftlich denkenden und fachlich ausgebildeten Menschen des 21. Jahrhunderts als „viel zu einfach“ empfunden.
 
Mit unserem heutigen Fachwissen im Kopf und dem, was uns durch das Erlernen der TFM und Creative Healing quasi „in die Hände“ gelegt wird – nämlich die 4 Prinzipien und das in Fluss bringen der Life Force läßt sich die Methode zusammenfassen als das Wiederentdecken der Leichtigkeit.
 
Stephensons erste Schülerin, Mable Gunderson, war es übrigens, die seine 4 Prinzipien, die auch der TFM-Methode zugrunde liegen, als solche formuliert hat:
Wenn wir durch Stephensons „Brille” zum Beispiel das Krankheitsbild der Endometriose betrachten, dann würde er die Endometrioseherde als ein „Zuviel“ an Gewebe (in diesem Fall Endometrium-Zellen) an einer Stelle, an das die Gewebe nicht hingehören (also außerhalb der Gebärmutter) definieren und durch das Anwenden des II. Prinzips (Öffnen von Drainagekanälen) und des III. Prinzips die Stagnation in Fluss bringen.
Im Sinne einer Schmerzlinderung (denn auch geballte / überschüssige Life Force) wenden wir das I. Prinzip an und bringen die Life Force (übrigens berührungsfrei) in den Fluss.
 

Wir arbeiten übrigens bei allen Beschwerden, die sich uns präsentieren daran, die Life Force wieder in den Fluss zu bringen, nutzen hierfür die oben beschriebenen 4 Prinzipien und sind achtsam mit unserem Gegenüber – der modulare Aufbau gibt uns die Freiheit, Emphasen und somit Behandlungs-Schwerpunkte zu setzen.

Und was ist das Besondere an der Methode?
Joseph B. Stephenson sagte zwar, dass es an seiner Methode nichts „Neues“ gibt, dennoch hat er durch seinen besonderen Blickwinkel auf den Körper (mittels der Life Force und der 4 Prinzipien) eine sehr „einfache“ und dennoch wirklich geniale Herangehensweise, denn die sanften und gleichförmigen Streichungen laden den Körper ein statt zu manipulieren. Und gerade die Eindrücke, die wir über das 1. Prinzip (Temperatur) und den Spannungszustand der Gewebe erhalten, lassen uns TFM-Therapeutinnen die Stagnationen im Körper und damit die Symptomatik sehr schnell und gut ganzheitlich erfassen.
 
Den „kreativen” Aspekt der Creative Healing-Methode stellen Visualisierungen dar. Diese gehen allerdings von der TFM-Behandlerin aus (und nicht, wie in der Hypnose über Suggestionen an die Klientin) und setzen noch einmal zusätzliche Impulse in den Geweben.
 
Und was die Methode so einzigartig macht: Emphase sowie Behandlungslänge der uns zur Verfügung stehenden Module bestimmen das Behandlungs“Ergebnis“.
Wie der Name schon sagt ist die Therapeutische Frauen-Massage für Frauen. Kannst du einen Überblick geben, welche Beschwerden mit der TFM behandelt werden können?
Spannend, dass Du das fragst. TFM ist, wie der Namen schon sagt, in erster Linie für Frauen. Bis auf die Gebärmutterbehandlung sind die jeweiligen Grundbehandlungen – und auch die meisten Organbehandlungen „Unisex“ – und natürlich auch bei Männern anwendbar.
Statt der Gebärmutterbehandlung gibt es für die Herren der Schöpfung eine Prostata-Behandlung zur Selbstanwendung. Dieses Modul kommt im Rahmen der TFM-Kinderwunsch-Massage und in Kombination mit anderen hormonbalancierenden Modulen für die männliche Fruchtbarkeit zum Einsatz.
 
Womit wir zu den Beschwerden kommen, die mit TFM behandelt werden können und im angelsächsischen Sprachraum seit Joseph B. Stephenson mit seiner Methode selbst und seither traditionell Anwendung finden:
    • zur Entgiftung und Entschlackung des Körpers
    • Lymphanregung bei PMS (Prämenstruellem Syndrom) so auch bei Brustspannen, schweren Beinen
    • Blockadelösung im Körper-Geist-Seele-System
    • Bei muskulären Verspannungen in Rücken, Nacken, Becken, Bauch, Kopf- und Nackenschmerzen
    • (hormonbedingter) Migräne
    • Ischialgien
    • bei Zyklusstörungen, Blutungsanomalien & Regelschmerzen
    • zur Ausrichtung von Strukturen und Geweben: bei Senkungsbeschwerden von Gebärmutter und Blase, Hämorrhoidalleiden
    • TFM als Therapeutische „Fruchtbarkeitsmassage“ (bei Frau & Mann zur hormonellen Unterstützung)
    • als Mama-Massage schwangerschaftsbegleitend ab dem 4. Monat und zur ganzheitlichen Geburtsvorbereitung
    • zur Revitalisierung der Gewebe nach Geburt und Wochenbett
    • begleitend auch nach Fehlgeburt und durch andere Trauerprozesse, die das Leben für uns bereithält
    • in den Wechselzeiten des Frauseins

TFM begleitet ob der Sanftheit also ein ganzes Menschenleben – die 4 Prinzipien sind beim Säugling ebenso anwendbar als bei der Greisin.

Wie läuft denn so eine Behandlung ab?
Nach der Formulierung eines genauen Arbeitsauftrages beginnt jede TFM-Behandlung mit einer Lymphatischen Grund-Behandlung (LGB). Im Englischen wird diese als „General Treatment“ bezeichnet. Diese acht Schritte waren für Stephenson wichtig, weil sie die Lymphe und die Prozesse im Körper anregen und damit auf die im Anschluss behandelten Organmodule gut vorbereitet. Diese, ebenso wie die Grundbehandlung des Beckens werden für die Klient!n in sitzender Position durchgeführt, für die Organbehandlungen nimmt die Klient!n eine bequeme Rückenlage ein.
Behandelt wird mit reinem Olivenöl.
… und wie häufig sollte sie wiederholt werden?
Häufigkeit sowie die Wiederholung von Anwendungen / Modulen richten sich danach, ob sich die Klient!n mit einer akuten Beschwerde oder einem chronischen Leiden vorstellt und welchen therapeutischen Arbeitsauftrag wir erhalten.
Generell braucht der Körper nach einer Behandlung die Zeit, um die (wenn auch von außen her als sanft und angenehm empfundenen aber dennoch wirkenden) Impulse zu integrieren.
Je nachdem, wie reaktiv also ein System reagiert, braucht es nur einige wenige Behandlungen oder – wie oben schon im Rahmen der Endometriose-Behandlung beschrieben – regelmäßige Behandlung-Sequenzen.
Gibt es Punkte die ich nach einer Behandlung beachten sollte oder kann ich selbst die Behandlung auch zu Hause noch unterstützen?
Natürlich gibt es, wie bei jeder anderen manuellen Technik, Kontraindikationen, die wir Therapeutinnen beachten müssen. Außerdem ist bei einigen Griffen auch Vorsicht geboten, sofern die Klient!n an niedrigem Blutdruck leidet und da wir uns bei Frauen im fruchtbaren Alter am Zyklusgeschehen orientieren, gibt es auch hier einige Regeln, die es zu beachten gilt; das Gebärmutter-Modul zum Beispiel wird nicht in der Schwangerschaft angewendet, da es zu viel Zug auf die Längsmuskulatur des Uterus gäbe.
 
Was ich an der TFM besonders liebe, sind Laienmodule, die wir der Klient!n (und im Kinderwunsch auch ihrem Partner) vermitteln oder bei chronischen Beschwerden einem Familienmitglied im Rahmen eines solchen Zweier-Massagecoachings anleiten. Besonders beliebt bei den Kinderwunsch-Paaren ist im Nachgang an ein Coaching das Kinderwunsch-Massage-Tutorial*2
 
TFM bringt nicht nur auf körperlicher Ebene die Lymphe in den Fluss, sondern ist gleichzeitig auch Prozessarbeit: sie ermöglicht der Klient!n Eigenverantwortung für ihren Körper zu übernehmen und wir erleichtern diesen Prozess über eben die Laienmodule, die jede Klient!n auch selbst zuhause anwenden kann (z.B. Leberstreichung, Eierstockbehandlung, einzelne Sonderpunkte, die die Klient!n selbst akupressieren kann, etc.)
Wie finde ich eine Therapeutin, die die TFM in meiner Nähe anbietet?

Zertifizierte TFM-lerinnen sind in unserer  TFM-Therapeutinnen-Liste*2  zu finden.

Wie kann man die Therapeutische Frauenmassage erlernen und wer darf sie erlernen und anbieten?

Die Intensivseminare in der Kleingruppe richten sich an Angehörige der medizinischen Fachkreise. So finden sich in unserem TFM-Netzwerk Heilpraktikerinnen und HP-Anwärterinnen, Hebammen, so manche Gynäkologin, Physiotherapeutinnen, Masseurinnen und auch Doulas.

Wo kann ich mehr zur TFM erfahren und nachlesen?
Am einfachsten kannst Du Dich auf der TFM-Website*2 informieren, inhaltlich stehen sowohl das TFM-Magazin*2 als auch mein TFM-Lehrbuch*2  zur Verfügung und zur Methode und deren Einsatz gibt es einige Online-Tutorials zur Unterstützung für Laien, in denen neben medizinischen Hintergründen die einzelnen Behandlungsschritte und Griffe in Wort und bewegtem Bild erklärt werden.
 
Vielen Dank für das nette Interview und dass ich Dir Rede und Antwort stehen durfte, was die Therapeutische Frauen-Massage angeht.
Liebe Claudia, vielen lieben Dank für deine ausführlichen und spannenden Erklärungen zur TFM. Man bekommt direkt Lust auf mehr und ich wette einige möchten sie bestimmt auch selbst mal ausprobieren.
Ich kann es nun auf jeden Fall kaum erwarten, selbst in 2 Wochen mit der Ausbildung zu starten ♥

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Über den Autor

Claudia A. Pfeiffer lebt und wirkt in Saarbrücken.
Ihr Anliegen als Heilpraktikerin & Doula ist es, Frauen ganzheitlich auf ihrem Weg und durch die Höhen und Tiefen ihres Frau Seins zu begleiten.
Herzstück ihres therapeutischen Arbeitens ist die TFM (Therapeutische Frauen-Massage) sowie die manualtherapeutische Stephenson’s Method of Creative Healing. Sie ist Autorin des 2016 erschienenen TFM-Lehrbuchs* und bildet seit mehr als einer Dekade Fachfrauen im In- und Ausland zu TFM-Praktikerinnen und Creative Healing Practitionern aus.

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