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Blasenentzündung – Entstehung, Vorbeugung und Behandlung

Vielen kommt es bekannt vor
– ständiger Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen und im Unterleib- eine Blasenentzündung kündigt sich an. Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit treten diese Symptome vermehrt auf. Gerne möchte ich euch paar Tipps aus der Naturheilkunde zur Vorbeugung und Behandlung geben. Dafür schauen wir uns zunächst die Entstehung und Ursachen an.

*Wichtig: Dieser Beitrag dient nur der Information und ersetzt keinesfalls die Diagnostik und Behandlung eines Arztes*

Entstehung und Ursachen
Man unterscheidet in akute und chronische Blasenentzündungen. Die akute ist in der Regel bakteriell bedingt, währenddessen die chronische oft abakteriell ist. Im Folgenden gehe ich vorrangig auf die akute, bakterielle Blasenentzündung ein. Frauen sind weit häufiger betroffen als Männer, das liegt an der Anatomie.

Während Männer eine Harnröhre von etwa 20 – 25 cm haben, sind es bei Frauen nur 2,5 – 4 cm. In den meisten Fällen, wandern die Bakterien von unten, durch die Harnröhre, in die Harnblase. Bei Frauen haben sie also, durch den wesentlich kürzeren Weg, ein leichteres Spiel. Die häufigsten verursachenden Bakterien sind die E. Coli (Escherischia Coli).

Diese sind physiologisch (also im gesunden Normalzustand) in unseren Darm zuhause. Dort sind sie sogar durchaus wichtig. Gelangen sie allerdings in die Harnwege, verursachen sie dort Beschwerden. Durch die anatomische Nähe von Enddarm und Harnröhre kann es dazu kommen das die E. Coli´s sich „verirren“.
Zudem ist bekannt, dass es bei einer Unterkühlung des Unterleibes auch zur Blasenentzündung kommen kann (Blasenentzündung wird auch Blasenerkältung genannt). Viele Frauen wissen, wenn sie sich im Winter z.B. auf eine kalte Bank setzen ist die Blasenentzündung vorprogrammiert. Dies hat mit einer verminderten Durchblutung der Schleimhäute bei Kälte zu tun. Um Krankheitserreger einzudämmen ist eine gute Durchblutung der Schleimhäute notwendig, denn im Blut schwimmen die wichtigen Zellen unseres Immunsystems.

Eine weitere Ursache ist eine Dysbalance der Vaginalflora. Dieser Bereich ist eigentlich selbstreinigend und schützt so vor dem Eindringen unerwünschter Bakterien. Sind allerdings zu wenig von den guten Milchsäurebakterien vorhanden, herrscht ein Ungleichgewicht der Bakterien oder ist der pH-Wert der Vaginalschleimhaut verändert, ist diese Schutzfunktion herabgesetzt und es kann nicht nur zu Infektionen der weiblichen Geschlechtsorgane, sondern auch zur Blasenentzündung kommen. Viele Frauen kennen auch die Vaginal- oder Blasenentzündung nach Antibiotika-Einnahme, denn hierdurch wird das Milieu auch in ein Ungleichgewicht gebracht.

Schwimmen trägt auf mehreren Wege zur Entstehung einer Blasenentzündung bei. Meist sorgt es für eine Verkühlung der Region, es können Bakterien verschleppt werden und außerdem greift das Chlor im Wasser die Vaginalflora an. Eine weitere Ursache ist häufiger Sex (Auch „Honeymoon-Zystitis“ genannt), denn auch hierdurch können Bakterien eindringen und außerdem werden die Schleimhäute beansprucht. Auch ein spermizides Gel (wie es z.B. manchmal bei der Verwendung von Diaphragmen angewandt wird) kann das Milieu negativ beeinflussen. Zuletzt möchte ich noch eine Störung des Hormonhaushaltes als Grund nennen. Hierzu führen können zum Beispiel: Schwangerschaften, Wechseljahre und die Einnahme der Anti-Baby-Pille.

Vorbeugung 
Um eine Blasenentzündung vor zu beugen ist es zunächst ratsam die Entstehungsfaktoren zu kennen und zu umgehen. Gut, wir können unsere Anatomie nicht ändern, aber wir können dafür sorgen, dass die Bakterien es schwerer haben in die Harnröhre zu gelangen. Hierzu ist es sehr wichtig die „Wischrichtung“ beim Toilettengang konsequent von vorne nach hinten einzuhalten. Wischen wir andersherum, also von hinten nach vorne, führen wir förmlich die Bakterien vom Darm zur Harnröhre. Allein dieser Tipp hilft bei manchen schon, eine immer wiederkehrende Blasenentzündung zu verhindern. 
Dann ist es natürlich ratsam den Bereich nicht auskühlen zu lassen. Das heißt, warm einpacken und wenn man weiß, man sitzt längere Zeit draußen (z.B. im Fußballstadion) unbedingt eine wärmende Unterlage mitnehmen. Auch Nierenwärmer sind sehr ratsam, denn wenn eine Blasenentzündung in die Nieren hochsteigt, wird es äußerst unangenehm und auch gefährlich.

Bei Schmerzen in der Nierenregion oder hartnäckiger Blasenentzündung, unbedingt!! einen Arzt aufsuchen.

Zu dem sollten Frauen für eine stabile Vaginalflora sorgen.

Die häuftigste Ursache für eine Dysbalance in diesen Bereich ist eine falsche Hygiene. Der Vaginalbereich sollte im Idealfall nur mit Wasser gereinigt werden. Shampoo, Lotionen (und selbst extra „Intim-Waschgele“) haben im Intimbereich nichts zu suchen und sollten unbedingt gemieden werden.

Dieser Bereich ist, wie schon erwähnt, sowieso selbstreinigend und daher brauchen wir das auch nicht! 

Tampons können ebenfalls die Vaginalschleimhaut reizen, hier könnte eine Menstruationstasse als Ersatz ausprobiert werden, denn diese trocknet die Schleimhaut nicht so sehr aus. Ebenfalls ist es eine Idee nur Unterhosen aus natürlichen Materialien wie Baumwolle und Seide zu verwenden. Polyester und andere synthethische Stoffe reizen ebenfalls. 

Im Falle einer wiederkehrenden Blasenentzündung, eventuell sogar mit Symptomen auch im Vaginalbereich, ist es nötig die Vaginalflora untersuchen zu lassen und ggf. zu behandeln. 
Nach dem Schwimmen, bzw. auch in den Schwimmpausen, ist es ratsam direkt die Kleidung zu wechseln um eine Unterkühlung zu vermeiden. Falls während des Schwimmens ein Tampon getragen wird, sollte dies nach dem Schwimmen direkt gewechselt werden. 

Wenn eine Neigung zu Blasenentzündungen besteht, schützt nach dem Sex ein Toilettengang mit Wasserlassen. Zudem sollte beachtet werden nie, während des Verkehrs, von Anal- auf Vaginal zu wechseln.

Viele kennen Cranberry, als Tee, Saft oder Extrakt zur Behandlung von Blasenentzündungen. Ja, Cranberry ist ein wirksames Mittel, allerdings vor allem zur Vorbeugung. Es verhindert das Anheften der Bakterien an die Blasenschleimhaut. Wenn die Blasenentzündung schon im Gange ist, ist Cranberry nicht mehr das Mittel der Wahl. Falls man aber weiß, dass das Risiko einer Blasenentzündung besteht (z.B. beim Stadionbesuch, Schwimmbadbesuch…) kann man vorsorglich mit Cranberry arbeiten, oder auch bei ersten Symptomen.Zu dem sollte man viel trinken, denn auch der durchspülende Effekt, kann das Anheften der Bakterien verhindern.

Behandlung 
Die Naturheilkunde hat einiges zu bieten um Blasenentzündungen einzudämmen. Hier aber auch nochmal der Hinweis: Falls die Beschwerden länger als drei Tage andauern, sehr stark sind, sich verschlechtern, wiederkehrend, chronisch sind oder Fieber oder Nierenschmerzen hinzukommen ist ein Arzt aufzusuchen! Bei Männern, Kindern und Schwangeren ist grundsätzlich ein Arztbesuch nötig!
 
D-Mannose
D-Mannose ist ein Einfachzucker der in geringen Mengen sogar vom Körper selbst produziert werden kann. Die E.Coli Bakterien heften sich an die D-Mannose der Blasenschleimhaut. Wenn man nun D-Mannose zusätzlich subsituiert (oral aufnimmt), heften sich die Bakterien an die zugeführte Mannose statt an die der Blasenschleimhaut, denn die Bindungsfähigkeit ist höher. Die, dann an die Mannose gebundenen, Bakterien werden nun über den Urin mit ausgespült. Zu beachten ist, dass diese Präparate nur bei Blasenentzündungen helfen, die durch E-Coli Bakterien ausgelöst wurden. D-Mannose kann auch, bei wiederkehrenden Blasenentzündungen, vorbeugend eingenommen werden- bitte ärztlich abklären. Es gibt verschiedene Präparate mit D-Mannose. Lasst euch hierzu in der Apotheke beraten. 

Natürliche Antibiotika
Es gibt eine Reihe von Pflanzen die eine antibakterielle Wirkung haben. Das Positive ist, dass sie meist, anders als die medizinischen Antibiotika, keinen negativen Einfluss auf unsere gesunde Bakterienflora haben. 

Bärentraubenblätter
Bärtentraubenblätter haben eine antibakterielle und antientzündliche Wirkung. Die Wirkstoffe sollen die verursachenden Bakterien töten und den Heilungsverlauf so beschleunigen. Sie können als Bärentraubenblättertee oder auch als Tabletten zugeführt werden. Es gibt verschiedene Präparate- wendet euch hierzu an die Apotheke.

Kapuzinerkresse und Meerrettichwurzel

Die in diesen Pflanzen enthaltenen Senföle haben ebenfalls eine antibakterielle und antientzündliche Wirkung. Hierzu liegen viele Forschungsarbeiten vor, die auch belegen, dass keine Resistenzbildungen bisher beobachtet wurden und die Darmflora geschont wird. Lasst euch auch hierzu in der Apotheke beraten. 

Stoßtrinken
Wichtig ist, dass das Harnsystem gut durchgespült wird. Hierzu empfehle ich ein Stoßtrinken, mehrmals am Tag, an dem man viel Wasser auf einmal trinkt. 

Wärme zuführen
Eine BlasenerKÄLTung behandeln wir mit Wärme. In der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) haben unsere Füße einen direkten Bezug zum Unterleib. Diesen Bezug hat auch das Gewürz Zimt, welches außerdem stark wärmend wirkt. Ein Tipp aus der TCM ist demnach ein schön warmes Fußbad mit Zimt (Einfach als Pulver ins Wasser streuen). Dies hat einen wunderbar wärmenden Effekt. 

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Über den Autor

Mandy ist Heilpraktikerin, Dipl. Kunsttherapeutin und Mama einer kleinen Tochter. Die Schwerpunkte in ihrer Praxis für Natur- & Frauenheilkunde (Werl, NRW) sind Darmgesundheit, chronische Erschöpfung und natürlich die Begleitung von Frauen in jeder Lebensphase- von den ersten Zyklusbeschwerden in der Pubertät, über die Kinderwunsch- und Schwangerschaftszeit bis über die Wechseljahre hinaus.

Hier, bei Frauengeflüster, ist sie unsere Expertin für die Traditionell Chinesische Medizin, sowie für alles rund um die Hormone und Kinderwunsch.

www.naturheilpraxis-geppert.de

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