Seed Cycling: Samen im Einklang mit dem eigenen Zyklus essen

 

Seed Cycling bedeutet so viel wie “rotierender Samenverzehr” und ist eine natürliche Form der Nahrungsergänzung, angepasst an den eigenen Menstruationszyklus.    

Der Grund: Manche Lebensmittel enthalten Stoffe, die unseren Hormonhaushalt beeinflussen – und vor allem regulieren können. Samen und Kerne sollen da zu den effektivsten Nahrungsmitteln gehören und können je nach Zyklusabschnitt unterschiedliche Wirkungen auf unsere Hormonproduktion haben.  

Darum wird's gemacht

Es heißt, dass auf den Zyklus abgestimmte Saaten hormonbedingte Beschwerden lindern können. Dazu gehören MenstruationsbeschwerdenAkne, das prämenstruelle Syndrom, eine unregelmäßige Blutung, Endometriose oder ein PCOS (polyzystisches Ovarialsyndrom).

Seed Cyling kann durch den Einfluss aufs Hormonsystem demnach auch bei einem Kinderwunsch oder Wechseljahresbeschwerden eingesetzt werden.  

Der Zyklus

Um verstehen zu können wie Seed Cycling wirkt, müssen wir einen kurzen Blick auf den weiblichen Menstruationszyklus werfen. 

Mit dem ersten Tag der Blutung beginnt die Follikelphase und unser Östrogenspiegel steigt.

In dieser Phase reift die Eizelle im Eierstock und zwei Wochen später kommt es zum Eisprung. 

Mit ihm sinkt der Östrogenspiegel wieder, während der Progesteronspiegel steigt. Die Lutealphase hat begonnen. Nach weiteren zwei Wochen ohne Einnistung sinkt der Progesteronspiegel wieder – es kommt zur Blutung und der Zyklus beginnt von Neuem.   

So soll Seed Cycling wirken

Da Beschwerden rund um den Menstruationszyklus in erster Linie in Folge eines hormonellen Ungleichgewichts entstehen, soll mit der Wahl der richtigen Saaten auf natürliche Weise in den Hormonhaushalt eingegriffen werden können.

Wirkung in der Follikelphase

So kann bspw. zu Beginn des Zyklus (in der Follikelphase) die Östrogenproduktion durch Leinsamen und Kürbiskerne angekurbelt werden. Sie enthalten sogenannte Lignane, chemische Verbindungen, die als Phytoöstrogene wirken.

Diese hormonähnlichen Pflanzenstoffe können an Östrogenrezeptoren im Körper binden und den Östrogenspiegel modulieren – sie können die Produktion sowohl fördern, als auch hemmen.

Die beiden Saaten sind zudem reich an Omega-3-Fettsäuren, die die Produktion des follikelstimulierende Hormons (FSH) anregen und so das Wachstum der Follikel fördern können.

Wirkung in der Lutealphase

Anschließend kommen in der Lutealphase Sonnenblumenkerne und Sesamsamen zum Einsatz, um den Progesteron-Spiegel zu stabilisieren.

Sie können dank ihrem hohem Gehalt an Omega-6-Fettsäuren die Progesteronproduktion ankurbeln. Der Sesam könnte aufgrund seines Lignangehalts darüber hinaus einer Östrogendominanz vorbeugen, während das Vitamin E in den Sonnenblumenkernen die Progesteronbildung fördern könnte.

Studien konnten das bisher jedoch nicht beweisen. 

Darüber hinaus ist bekannt, dass eine ausgeglichene Hormonproduktion mit einer ausreichend hohen Fettzufuhr zusammenhängt. Der Verzehr von Samen und Kernen als gesunde Fettquellen kann den Zyklus auch hierdurch positiv beeinflussen.

So wird Seed Cycling gemacht

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Die Samen, die beim beim Seed Cycling integriert werden, sind in erster Linie Ölsaaten. Das heißt konkret: Kürbiskerne, Leinsamen, Sesam und Sonnenblumenkerne.

Angepasst an die beiden Zyklusphasen stehen täglich jeweils zwei Sorten auf dem Speiseplan.

Wichtig ist, die Samen vorher zu schroten (z.B. mit einem Mörser), damit möglichst alle Nährstoffe aufgenommen werden können. Der einzige Nachteil an geschroteten Samen ist ihre geringe Haltbarkeit. Oxidationsprozesse treten bereits nach 15 Minuten in Kraft, da dem Kern die schützende Schale fehlt. Deswegen gilt: Schnell und frisch verzehren!

 

Tag 1-14

1 Esslöffel Leinsamen
1 Esslöffel Kürbiskerne 

Tag 15-28

1 Esslöffel Sesam
1 Esslöffel Sonnenblumenkerne

 

Die Samen können z.B. in den Frühstücksporridge gegeben werden, über Salate gestreut oder in Smoothies verarbeitet werden.

Fazit

Es gibt zwar keine Studien, die die Wirkung des Seed Cyclings beweisen, dafür aber zahlreiche begeisterte Erfahrungsberichte im Netz.

Samen in die Ernährung zu integrieren, kann außerdem nicht schaden. Sie sind vollgepackt mit Vitaminen, wertvollen Fettsäuren, Spurenelementen und Mineralien und können einen wichtigen Beitrag für unsere Gesundheit leisten.

Ob es nun wirklich den eigenen Zyklus verbessert? Probiert es einfach selbst aus! Nach einer dreimonatigen „Testphase“ sollten sich die ersten Verbesserungen einstellen.

Weiterer positiver Aspekt: Die intensivere Beschäftigung mit dem eigenen Zyklus kann zu mehr Bewusstsein und einem besseren Gespür für den eigenen Menstruationszyklus führen.

Dennoch gilt: Bei ernsthaften hormonellen Beschwerden sollte man sich nicht auf die Wirkung des Seed-Cyclings verlassen. 

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